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SC 1961 König Nied e.V.
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Anmerkung der Redaktion: Dieser Nachruf ist eine anlässlich der kommenden Ausgabe unserer Vereinszeitung KNS erweiterte und überarbeite Version des ursprünglich im Juli 2019 auf dieser Seite veröffentlichten Nachrufs.

Mit Trauer und Wehmut mussten wir zur Kenntnis nehmen, dass unser langjähriges Mitglied Peter Staller (*03.06.1942 †18.07.2019) verstorben ist.

Bereits in den 60er-Jahren war das Jungtalent für König Nied aktiv. Zuvor spielte er für den SC Höchst und wurde u.a. hessischer Jugendmeister und deutscher Vize-Jugendmeister. Schon kurz nach Gründung des SC 1961 König Nied stieß er zu uns, errang die Blitz- und Pokalmeisterschaft des Vereins und fuhr am Spitzenbrett unserer ersten Mannschaft wichtige Punkte ein.

Peter Staller 1964Links Peter Staller 1964 am Spitzenbrett für König Nied

Als unterklassiger Verein (damals A-Klasse Obermain) konnten wir das aufstrebende Talent auf Dauer nicht halten. Es zog ihn zu Topvereinen der Umgebung, zunächst Grün-Weiß Frankfurt und Königsspringer Frankfurt. 1968 wurde er Hessenmeister und 1969 nach dem Gewinn des Kandidatenturniers gar deutscher Vizemeister. Das brachte ihm den Titel Nationaler Meister des Deutschen Schachbundes ein. Nebenbei wurde er mit der Goethe-Universität Frankfurt zweimal deutscher Hochschulmeister.  

Mitte der 70er-Jahre kam er zurück zu König Nied, wurde zweimal Vereinsmeister und verstärkte die gerade in die Oberliga aufgestiegene erste Mannschaft für zwei Jahre am Spitzenbrett.

Peter Staller gegen Mikhail Tal 1975Peter Staller gegen Ex-Weltmeister Mikhail Tal bei einem Blitzturnier 1975 im Haus Nied

Dann zog es ihn wieder in die Fremde. Mit Königsspringer Frankfurt wurde er 1978 Deutscher Mannschaftsmeister. Ein Erfolg, den er 1982 mit der SG Porz wiederholen konnte. 1983 errang er den Titel FIDE-Meister. Auf seiner weiteren Wanderschaft spielte er erneut für Königsspringer Frankfurt, wo es letztlich an der nötigen Harmonie mit Sponsor Hechinger fehlte und deshalb zum Bruch kam, später für SV Hofheim, Brett vorm Kopp Frankfurt, FTG Frankfurt, SV Oberursel in den drei höchsten deutschen Spielklassen.

1989 konnte er das Goldcup-Turnier in Meran gewinnen. Weitere beachtliche Ergebnisse (DWZ-Leistung über 2400) erzielte er in verschiedenen Open, so beim Internationalen Open in Bad Wörishofen 1992 und 1994, in Bad Ragaz 1995 oder in Schwarzach 2001. Seine beste Elo-Wertung erzielte er im Juli 1984 mit 2390 – da fehlte nicht viel zum IM-Titel.

Peter Staller 2012Peter Staller 2012 am zweiten Brett für König Nied

Verheiratet war Peter mit Elisabeth Reiß. Die Ehe wurde nach wenigen Jahren geschieden und blieb kinderlos. Beruflich engagierte sich Peter als Studienassessor, Programmierer, Schachtrainer, Redakteur bei der Rochade, und auch als Spieler verdiente er sich einiges dazu – Schach war halt sein Leben.

Zum Abschluss seiner Karriere zog es ihn wieder zurück an seine alte Wirkungsstätte König Nied, der er in seiner gesamten Laufbahn stets verbunden war. Von 2009 bis 2019 verstärkte er unsere erste Mannschaft, die er aus der Verbandsliga über die Hessenliga bis in die Oberliga führte und 2011 mit der Nieder Vierermannschaft Hessischer Pokalmeister wurde. Im schweizerischen Adelboden avancierte er in dieser Zeit zum Abonnementssieger und wurde fünf Mal Sieger des Schweizer Seniorenturniers.

Peter Staller 20172017 - Alles Gute zum 75. Geburtstag

Zuletzt war ihm das Schwinden seiner Kräfte anzumerken. Am 18. Juli 2019 verstarb er nach schwerer Krankheit im Hospiz St. Barbara in Oberursel; am 22. August erfolgte die Beisetzung auf dem Frankfurter Hauptfriedhof. Besonderer Dank und Anerkennung gebühren der Schachfreundin Manuela Wich, die ihn in seinen letzten Monaten fürsorglich betreut und umsorgt hat. Zurück bleibt die Erinnerung an einen bescheidenen, ruhigen und sympathischen Menschen, der bei all seinen Erfolgen nie die Bodenhaftung verloren hat. Wir werden ihn vermissen. Ruhe in Frieden.

Peter Staller 2019April 2019: Peter sagt schon einmal "Tschüß".

Zur Demonstration von Peters souveräner Endspieltechnik sei hier ein Beispiel aus der Turnierpraxis vorgestellt, das durchaus auch als Studie (Weiß am Zug gewinnt) herhalten könnte, gespielt am 13.12.2015 im Oberliga-Wettkampf gegen FM Horst Alber vom SK Marburg.

Die Stellung ist stark remisverdächtig (ungleichfarbige Läufer, blockierte Bauern), aber Peter fand den Durchbruch zum Partiegewinn: 54. b4!! Auf 54... Lxb4 folgt 55. Kxb6 und der a-Bauer läuft durch oder gewinnt den schwarzen Läufer. Und nach 54... cxb4 sperrt 55. Lb3 den schwarzen Läufer ein, Weiß hat praktisch eine Figur mehr und bringt den Gegner in Zugzwang. Schwarz konnte getrost aufgeben.